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5.Bauabschnitt vorerst zurückgestellt
Kleine Erdarbeiten finden zwar statt, aber trotz des kontinuierlichen Wachstums seiner Versandapotheke hat SANICARE-Chef Johannes Mönter seine baulichen Erweiterungspläne am Grünen Weg um Monate zurückgestellt.
Bereits Anfang 2008 wollte er ursprünglich mit dem mehrgeschossigen Anbau auf einer Grundfläche von 6.000 Quadratmetern starten. Der Bad Laerer Bauausschuss gab hierfür bereits im September Grünes Licht. Aber neuerliche Unstimmigkeiten mit der Apothekerkammer Niedersachsen bezüglich des Kammerbeitrages, den SANICARE zu leisten hat, und die nach wie vor ungeklärte Grundstückslage führen zur Verzögerung des ersten Spatenstichs.
Man beginnt jetzt lediglich mit der Verankerung eines weiteren Mastes, der die 110-kV-Stromleitung in jedem Fall zusätzlich abstützen muss.
Für Mönter ist klar, dass er nicht startet, bevor es eine endgültige Kammerbeitragsregelung gibt: “Es wäre unternehmerisch sehr blauäugig, nicht auch die unterschiedlichen Kammerbeitrage in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bei einer weiteren Expansion bzw. sogar einer etwaigen Verlagerung des Firmensitzes zu berücksichtigen.“
Hintergrund ist, dass der Kammerbeitrag in NRW selbst bei sehr hohem Apothekenumsatz nicht 10.000 € per anno überschreitet. Die Apothekerkammer Niedersachsen fordert dagegen von SANICARE mehrere hunderttausend Euro pro Jahr und ist nicht bereit, eine Kappungsgrenze einzuführen. Derzeit wird hierüber gerichtlich verhandelt.
Der Bauherr ist froh, dass er das Grundstück noch nicht gekauft hat: „Dass sich der Grundstückskauf einige Zeit hinzog, kommt uns jetzt zu Gute. Denn letztlich ist die Standortfrage leider wieder vollkommen offen, wobei wir uns natürlich nur ungern für eine Standortverlegung nach NRW entscheiden würden.“
Wann die Höhe des Kammerbeitrages endgültig geklärt ist, ist nicht absehbar, da die Entscheidung gerichtlich erzwungen werden muss und lange Zeit in Anspruch nehmen kann.
Direkt im Anschluss wird der bauliche Startschuss fallen, denn im jetzigen 15.000 Quadratmeter großen Logistikbereich wird es zunehmend enger. Insgesamt werden hier mittlerweile täglich über 12.000 Lieferungen an Versandapothekenkunden, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Gefängnisse und Arztpraxen auf den Weg gebracht. Tendenz steigend: Die Versandapotheke hatte allein im vergangenen Jahr ihren Kundenstamm auf knapp 750.000 mehr als verdoppelt, während der Umsatz um knapp 50 % wuchs.
Arbeitsplätze stehen durch die Bauverzögerung momentan nicht auf dem Spiel, aber die Einstellung der rund 150 zusätzlichen Mitarbeiter, die Mönter für 2008 plant, wird sich zeitlich entsprechend verschieden.